Praxishandbuch Juleica-Ausbildung in Berlin
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Im Frühjahr 2006 hat der Landesjugendring Berlin eines seiner neuesten Werke vorgelegt: das Praxishandbuch zur Juleica-Ausbildung. Erstaunlich ist, dass Internetsuchmaschinen wie google.de bislang keinen Eintrag zu dem Titel verzeichnen, obwohl das Praxishandbuch doch seinen titelgebenden Praxistest in diesem Sommer und den Jugendleiterausbildungen dieses Jahres absolvieren konnte.

Um es klar und deutlich schon am Anfang zu sagen: das Praxishandbuch macht einen rundum guten Eindruck und ist - da es als Loseblattsammlung konzipiert ist - auch für einen längerfristigen Einsatz in Schulungen und Seminaren gedacht, da es immer wieder durch eigene Ideen und Anregungen wachsen kann.

Das Handbuch wurde trägerübergreifend gemäß der Berliner Ausführungsvorschriften über die Vergabe der Jugendleitercard (Juleica) der Senatsverwaltung für Bildung, Jugend und Sport konzipiert und richtet sich ausschließlich an Referentinnen und Referenten. Und so lassen sich im Idealfall aus den 11 Kapiteln des Buches 40 Stunden vielfältige, inhaltlich und methodisch abwechslungsreiche Ausbildung entwickeln.

Die Kapitel behandeln im Einzelnen:

1) Kennen lernen und Warm Ups
2) Gruppenpädagogik
3) Persönlichkeitsbildung
4) Kommunikation und Gesprächsführung
5) Methoden der Kinder- und Jugendarbeit
6) Interkulturelle Jugendarbeit
7) Geschlechterdifferenzierte Ansätze in der Jugendarbeit
8) Rechtliche Grundlagen
9) Jugendarbeit nach SGB VIII
10) Seminarauswertung
11) Infos zur Juleica

Jedes Kapitel beginnt mit einem möglichen Ablauf, einer Zeit- und Inhaltsplanung. Dabei wird auch sofort deutlich gemacht, ob in der Großgruppe (Plenum) oder in Kleingruppen gearbeitet werden soll. Direkt daran anschließend werden den Referentinnen und Referenten verschiedene Methoden und/oder Spiele näher beschrieben. Wieviel Zeit benötigen sie? Ab welcher Teilnehmerzahl sind sie sinnvoll? Welche Materialien werden benötigt und wie werden sie eingeführt? Welche Auswertung bietet sich bei Kleingruppen- oder Einzelaktivitäten an? Die Beschreibung umfasst je nach Methode zwischen einer halben oder auch drei Seiten.

Werden für einzelne vorgeschlagene Methoden Arbeitsunterlagen benötigt, sind diese direkt als Kopiervorlage beigefügt und mit den notwendigen Arbeitsanweisungen versehen, die auch eine Kleingruppe oder ein einzelner Jugendleiter für die Bearbeitung benötigt.

Informationen für die Referenten und solche Hintergrunddetails, die z.B. für eine Auswertung der "Seenot-Übung" benötigt werden, sind in einer separaten "TeamerInnenunterlage" zusammengefasst. Nur an einigen Stellen sind Literaturhinweise aufgenommen worden, Hinweise auf aktuelle Medien wie Internetseiten und Jugendleiterportale fehlen leider noch in der 1. Auflage.

Dennoch sind die Unterlagen schon jetzt geeignet, Appetit auf neue Methoden und inhaltliche Schwerpunkte zu legen, die vielleicht in der Jugendleiterausbildung des eigenen Verbandes bislang zu kurz kamen. Wichtig ist, dass das Praxishandbuch hierbei assistiert, aber keine Patentlösung anbietet. Wer die Themenbereiche "Interkulturelle Jugendarbeit", "Geschlechterdifferenzierte Ansätze in der Jugendarbeit" oder "Rechtliche Grundlagen" bearbeiten und an Jugendleiter weitergeben will, kommt nicht umher, sich intensiv zuvor mit den Themen auseinanderzusetzen und dabei weit über die Informationen des Praxishandbuchs hinauszugehen und einer kritischen Erarbeitung gewachsen zu sein.

Leider mit acht Seiten ein wenig knapp geraten ist das Kapitel zur Seminarauswertung und bildet dabei aber die Erfahrung vieler Seminare ab, Auswertungen und Feedbacks werden von vielen Referenten noch als lästiges Übel, nicht aber als bereichernd und wertvoll eingestuft. Vielleicht laden die Methoden "Brief an mich selbst", "Feedback-Bogen", "Zielscheiben-Torte" und "Graffity" aber dazu ein, auch hier Neuland zu betreten.

Für eine hoffentlich erscheinende zweite Auflage sei als Anregung noch vermerkt, dass sich Kapitel 12, das bislang leer ist, zum Beispiel gut als Stichwortverzeichnis eignen würde, in dem die wichtigsten Schlagworte den einzelnen Kapiteln zugeordnet werden. Die Juleica-Handbücher aus Niedersachsen und Rheinland-Pfalz machen vor, dass dies durchaus praktisch sein kann.

Praxishandbuch zur Juleica-Ausbildung in Berlin
Landesjugendring Berlin
www.ljrberlin.de
10,- ¤

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Hinzugefügt:  Dienstag, 03. Oktober 2006

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