Mykerinos Miriam Fritsch bewertet mit:
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"Mykerinos" führt die Spieler als Archäologen nach Ägypten, wo sie durch kostbare Ausgrabungen zu Ruhm gelangen sollen.
Das Schachtelcover soll bereits das Thema des Spiels vermitteln. Man sieht zwei Archäologen mit einer Leuchte an einem Sarkophag stehen. Die Illustration erscheint jedoch recht kalt und lässt den Funken nicht so richtig herüber springen.
Dies setzt sich auch im Material fort. Zwar beinhaltet das Spiel Karten aus stabiler Pappe sowie Holzwürfel in kräftigen Farben und auch die Mäzene (Personen, die die Erstellung eines Werkes mit Geld unterstützen, ohne eine Gegenleistung dafür zu bekommen) sind an sich gut gezeichnet, aber trotzdem kann die Grafik des Spiels in Bezug auf das Thema nicht richtig überzeugen. An Ägypten erinneren nur die Felder auf der Siegpunktleiste, die als Skarabäen dargestellt sind.
Nun aber zum Spiel selbst:
Auf einem Gebiet von 8x6 Feldern (bzw. in der vierten und letzten Runde 8x9 Feldern) setzt man seine Archäologen (kleine Holzwürfel) möglichst gewinnbringend ein. Dabei gibt es folgende Möglichkeiten:
- Man beginnt eine neue Ausgrabung, in dem man einen Stein auf ein freies Feld setzt.
- Man erweitert eine bestehende Ausgrabung, in dem man an ein angrenzendes Feld, auf dem ein eigener Archäologe steht, einen Stein setzt. In ein an dieses Feld angrenzendes darf dann wiederum ein weiterer Stein gelegt werden. Man kann also in einem Zug unter den genannten Bedingungen zwei Steine einsetzen.
- Man passt und setzt einen Spielstein auf das erste freie Feld der Leiste zur Auflösung von Gleichständen. Man kann somit keine weiteren Ausgrabungsaktionen in dieser Runde mehr vornehmen.
- Man nimmt die Hilfe eines Mäzen in Anspruch (geht erst ab der zweiten Runde, da man frühstens dann einen oder mehrere Mäzene besitzen kann). Durch Mäzene kann man einen Stein auf einer Pyramide einsetzen, was ansonsten nicht erlaubt ist, man kann weitere Archäologen zum Einsetzen aus dem allgemeinen Vorrat bekommen (ansonsten hat man pro Runde nur 11 bei 3 oder 2 und 8 bei 4 Spielern), man kann einen Archäologen ins Museum schicken, bei der Erweiterung einer Ausgrabung darf man drei Steine einsetzen und man kann direkt beim Start einer Ausgrabung zwei Archäologen einsetzen. Jede dieser Aktionen kann man nur durchführen, wenn man den entsprechenden Mäzen besitzt (z.B. Lord Lemon für das Einsetzen eines Archäologen auf ein Pyramidenfeld).
Nachdem alle Spieler gepasst haben und keiner weitere Ausgrabungen durchführen kann, wird ausgewertet. Hierbei werden jeweils die einzelnen Zonen (bestehend aus 4x3 Feldern) betrachtet. Wichtig ist es nun, in einer solchen Zone, die Mehrheit an Archäologen zu besitzen. Als Belohnung gibt es dafür entweder einen Mäzen (Rückseite der Zone; pro Zone, die aus zwei Karten besteht, gibt es jeweils zwei Mäzene) oder man darf einen seiner Archäologen ins Museum schicken, was für die Endabrechnung wichtig ist. Bei einigen Mäzenkarten erhält man zusätzlich noch Punkte. Ins Museum dürfen nur Archäologen der Spieler geschickt werden, die auf den ersten beiden Plätzen bei der Auswertung einer Zone liegen. Der dritt- und viertplatzierte Spieler können nur darauf hoffen, dass für sie noch Mäzen übrig bleiben (wenn die ersten lieber einen Stein ins Museum setzen, statt sich eine Karte zu nehmen), ansonsten erhalten sie nichts.
Nach der vierten Runde gibt es dann noch eine Schlusswertung, bei der das Museum und die Mäzene wichtig sind. Das Museum ist in verschiedene Räume eingeteilt, die jeweils den verschiedenen Mäzenen zugeordnet sind. Besitzt man nun Mäzene einer bestimmten Sorte und hat zudem einen Stein in dem Raum, der zu diesen Mäzenen gehört, so erhält man dafür pro Karte 5/3/2 Punkte (je nachdem in welchem Raum die Archäologen stehen). Außerdem bekommt man für jede vollständige Serie von 5 verschiedenen Mäzenkarten 5 Punkte.
Der Spieler, der auf der Siegpunktleiste nach der Endabrechnung am weitesten vorne steht, hat das Spiel gewonnen.
Die Regeln sind, da sie u.a. mit vielen Beispielen versehen wurden, gut zu verstehen, obwohl sie nicht besonders lang sind. Nach einem relativ kurzem Regelstudium kann mit dem Spiel begonnen werden. Obwohl jedoch die Regeln recht leicht sind, gibt es doch eine Menge zu beachten, was besonders bei den ersten Spielen nicht ganz einfach ist.
Der Spielplan ist leider nicht so gelungen. Er ist ziemlich klein, wohingegen die Spielsteine recht groß sind und so nicht wirklich zum Spielplan passen.
"Mykerinos" ist ein Strategiespiel, bei dem es allein auf das Können ankommt. Es gibt keinen Glücksmoment. Für Strategen ist es sicherlich überaus empfehlenswert, auch wenn das Thema des Spiels nicht so gut umgesetzt wurde (es gibt z.B. überhaupt keine "Gegenstände", die ausgegraben werden). Positiv ist auch der recht geringe Preis für ein so komplexes Spiel mit gutem Material.
Die Variante für zwei Spieler, bei der ein dritter, neutraler Spieler eingesetzt wird, mit dem der Gegner blockiert werden kann, ist im Gegensatz zum Spiel zu dritt oder zu viert, nicht zu empfehlen. Hier geht es zu sehr um ein Gegeneinander und um destruktives Spielen.
Mykerinos
von Nicolas Oury
Ystari Games/Huch & friends
ab 10 Jahren
2-4 Spieler
Spieldauer: 30-60 Minuten
Hinzugefügt: Sonntag, 04. Juni 2006
Verwandter Link: "Mykerinos" direkt hier bestellen Hits: 1945 Sprache: deu
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