Der Dieb von Bagdad Michael Bauland bewertet mit:
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Der Dieb von Bagdad heißt das neue Spiel von Thorsten Gimmler und ist bei Queen Games erschienen. Ziel des Spiels ist es, der Meisterdieb von Bagdad zu werden. Hierzu muss man eigene Wächter und Diebe so versetzen, dass man viele Schatztruhen rauben kann, während man dies für die Gegner möglichst schwierig gestaltet.
Das Spiel enthält neben der Spielanleitung einen Spielplan, auf dem sechs Paläste einen Kreis bilden. Vor jedem Palast sind vier freie Felder, auf denen Palastwachen stehen können. Weiter gibt es 102 Palastkarten (17 pro Palast), acht Tänzerinnen-Karten (Joker), 24 Schatztruhen aus Pappe, in jeder der vier Spielerfarben 12 Diebe und 4 Wächter aus Holz sowie 8 schwarze, neutrale Wächter.
Die grafische Gestaltung (für die sich übrigens wieder einmal Michael Menzel verantwortlich zeigt, der einigen vermutlich durch Die Säulen der Erde bekannt sein dürfte) des Spiels ist simpel, aber dennoch schön und auf jeden Fall praktisch. So unterscheiden sich die Paläste nicht nur in ihrer Farbe, sondern haben alle noch ein zusätzliches eindeutiges Symbol. Die Spielregeln sind sehr übersichtlich und, wie bei vielen Spiele von Queen Games, auf vier Seiten sehr detailliert und mit vielen Beispielen beschrieben. Bereits nach einmaligem Lesen kann man das Spiel ohne Probleme spielen.
Zur Spielvorbereitung werden in jeden der sechs Paläste jeweils vier Schatztruhen gelegt und außerdem ein schwarzer Wächter vor jeden Palast gestellt. Danach stellen die Spieler der Reihe nach einen eigenen Wächter vor einen beliebigen Palast, bis alle Wächter verteilt sind. Außerdem erhält jeder Spieler eine bestimmt Anzahl von Palastkarten auf die Hand. Ein Spieler, der an der Reihe ist, hat die Möglichkeit, verschiedene Aktionen mit Hilfe seiner Palastkarten durchzuführen:
- Man kann einen Dieb in einen Palast einschleusen. Das kostet eine Palastkarte der entsprechenden Farbe pro fremdem Wächter vor dem jeweiligen Palast.
- Man kann einen eigenen Wächter umsetzen. Dies kostet eine Palastkarte in der Farbe des Zielpalastes. Hierbei darf man auch noch einen eigenen Dieb kostenlos mitnehmen.
- Man kann einen neutralen Wächter umsetzen. Dies kostet zwei Palastkarten.
Jeder Spieler darf pro Zug bis zu drei mal eine der oben genannten Aktionen durchführen. Hat man danach in einem Palast genügend Diebe, kann man einen Schatz rauben. Dabei gilt, dass für den ersten Schatz in jedem Palast vier Diebe notwendig sind, für den zweiten schon fünf, für den dritten sechs und um den letzten Schatz zu rauben, benötigt man sieben Diebe. Alle beteiligten Diebe kommen daraufhin zurück zum Vorrat des Spielers. Ein Spieler beendet seinen Zug, indem er drei neue Palastkarten vom verdeckten Stapel nachzieht. Verzichtet man auf seine Aktionen, erhält man zusätzlich zu den drei Karten noch eine Tänzerinnenkarte, die als Joker fungiert und somit zu jedem Palast passt. Das Spiel endet, sobald ein Spieler eine bestimmt Anzahl (abhängig von der Spieleranzahl) an Schatztruhen geraubt hat.
Der Dieb von Bagdad hat einen einfachen Spielmechanismus, der auch schnell von Gelegenheitspielern erlernt werden kann. Trotzdem gibt es genügend Spieltiefe, um das Spiel nicht langweilig werden zu lassen. Die Herausforderung des Spiels ist es, seine Palastkarten möglichst effizient einzusetzen. So muss man zum einen darauf achten, dass man es Gegenspielern erschwert, einen Schatz zu heben, indem man eigene Wächter vor einen Palast stellt, in dem schon viele gegnerische Diebe stehen. Andererseits versucht man, seine eigenen Diebe gerade in solche Paläste einzuschleusen, wo wenig gegnerische oder neutrale Wächter stehen. Interessant wird das Spiel auch durch die Regel, dass immer mindestens ein fremder Wächter vor einem Palast stehen muss, damit man dort einen Dieb einschleusen kann. Somit ist man grundsätzlich zwar bemüht, möglichst wenige fremde Wächter vor einem Palast zu haben, es dürfen aber auch nicht zu wenig (keiner) sein. Auch ist es hilfreich, Aktionen nicht einzelnt auszuführen, sondern lieber etwas zu sparen und dann gleich drei Aktionen auszuführen, die gut zueinander passen. Insgesamt erinnert das Sammeln von Karten ein wenig an das Spiel des Jahres 2004, Zug um Zug. Bei beiden Spielen steht man vor der Entscheidung, eine Aktion auszuführen, oder lieber noch mehr Karten zu sammeln. Zu lange sollte man nämlich auch nicht sammeln, denn je mehr Schätze in einem Palast von anderen Spielern geraubt wurden, umso mehr Diebe sind nötig, um einen weiteren Schatz zu rauben. Diese taktischen Überlegungen werden aber sehr gut durch das Glück beim Kartenziehen kompensiert, so dass das Spiel nicht zu strategisch wird. Die leichten Regelvarianten in Abhängigkeit von der Spieleranzahl machen das Spiel sowohl mit zwei sowie drei als auch vier Spielern gut spielbar.
Fazit:
Mit seinen rund 40 Minuten ist Der Dieb von Bagdad ein flottes Spiel, das sich Dank der einfachen Regeln sehr gut für Gelegenheitsspieler eignet.
Der Dieb von Bagdad
von Thorsten Gimmler
Queen Games
Grafik: Michael Menzel
2-4 Spieler
Spieldauer: ca. 45 Minuten
ab 8 Jahren
Hinzugefügt: Sonntag, 14. Januar 2007
Hits: 1954 Sprache: deu
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