Der Dativ ist dem Genitiv sein Tod
 Miriam Fritsch  bewertet mit:    Leser bewerten mit: (noch keine Bewertungen)
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Wohl kaum einer hätte gedacht, dass die deutsche Sprache spannend sein kann. Der Erfolg der Bücher "Der Dativ ist dem Genitiv sein Tod" zeigte jedoch, dass es durchaus nicht langweilig ist, sich mit Phänomenen der deutschen Sprache zu beschäftigen - insbesondere, wenn es darum geht, ständig gemachte Fehler aufzudecken. Ja, auch man selbst spricht noch lange nicht perfekt, obwohl man doch immer annahm, sich gut in der deutschen Sprache auszukennen und darüber hinaus in bestimmten Fällen auch davon überzeugt war, dass es genau so heißen musste, wie man es selbst sprach oder schrieb. Bei der Lektüre der Bücher lehrte einen Bastian Sick jedoch das ein oder andere Mal etwas anderes...

Wer beweisen will, dass er ebenso gut durch den Irrgarten der deutschen Sprache kommt wie Bastian Sick, der kann dies bei dem Spiel mit dem gleichnamigen Titel machen. Hier geht es um Fälle in der deutschen Sprache, angelehnt an die Bücher, die für viele Menschen zu einer Stolperfalle werden.

Insgesamt teilen sich die Karten in dem Spiel in 11 Kategorien auf (u.a. Wortwahl, Satzbau, Abkürzungen, Wortbedeutung, Hauptwörter etc.), wobei für die Kategorie immer der deutsche Begriff gewählt wird, also z.B. Tätigkeitswörter statt dem Fremdwort Verben. Dies klingt sicherlich in den Ohren von Studierten teilweise etwas ungewöhnlich, zeigt aber indirekt, dass die deutsche Sprache jeden etwas angeht und längst nicht nur Akademikern, denn schließlich wird sie ja auch von jedem benutzt. Diese Richtung wird in diesem Spiel auch dahingehend unterstützt, dass viele Fälle mit dem eigenen Sprachgefühl relativ leicht lösbar sind, zumindest wenn man in seinem Alltag kaum eine Mundart verwendet.

Auf den Karten steht jeweils ein Satz mit einer Lücke, für die es mehrere Auswahlmöglichkeiten gibt, wobei mindestens eine dieser Möglichkeiten richtig ist. Ein Spieler beginnt als Vorleser. Er liest einen vollständigen Satz vor, wobei er eine der Lösungsmöglichkeiten einsetzt. Nun muss jeder Spieler (auch der Vorleser) für sich entscheiden, ob der Satz, so wie er vorgelesen wurde, richtig ist, was anschließend vom Vorleser aufgeklärt wird. Jeder, der richtig getippt hat, bekommt nun einen Chip aus der Tischmitte. Der Vorleser erhält zudem, wenn er selbst richtig lag, jeweils einen Chip für jeden Spieler, der falsch abgestimmt hat. Nach der Punkteverteilung ist der nächste Spieler als Vorleser an der Reihe. Das Spiel endet nach einer gewissen Anzahl von Karten. Gewonnen hat dann natürlich der Spieler, der am meisten Chips vor sich liegen hat.

Natürlich ist es bei diesem Spiel von Vorteil, wenn man sich gut in der deutschen Sprache auskennt, aber viele Punkte bekommt man auch dadurch, dass die Mitspieler Fehler machen, wenn man selbst als Vorleser an der Reihe ist. Hier ist es wichtig, dass man den Satz so vorliest, dass die anderen Spieler in die Irre geführt werden. Andererseits muss man jedoch selbst die richtige Lösung wissen, denn ansonsten gibt es auch bei Fehlern der Mitspieler keine Chips. Es bringt also nichts, wenn man etwas vorliest, dass sehr schwierig klingt, bei dem man selbst aber nicht genau weiß, ob es falsch oder richtig ist, aber genauso wenig möchte man es seinen Mitspielern natürlich nicht zu einfach machen.

Die Lösung zu einem Satz befindet sich jeweils auf der Karte in verschlüsselter Form, die durch das Sichtfenster des beiliegenden Decoders lesbar wird. Allerdings lässt sich der Lösungstext auch ohne den Decoder entschlüsseln, so dass man ihn am besten zusätzlich noch mit der Hand abdeckt. An sich ist der Decoder eine nette Spielerei. Er ist jedoch absolut nicht nötig für das Spiel und es hätte ausgereicht, wenn die Lösung auf der Rückseite der Karte notiert wäre. Insbesondere da die Verschlüsselung nicht gerade wirkungsvoll ist.

Insgesamt ist "Der Dativ ist dem Genitiv sein Tod" ein schönes Spiel über die deutsche Sprache, das süchtig machen kann. Das Gewinnen steht hier deutlich im Hintergrund. Viel mehr geht es darum neues zu entdecken und dazu zu lernen und nicht selten wird das Spiel immer mal wieder für eine längere Diskussion unterbrochen, in der eigene Irrtümer lachend auf den Tisch gebracht werden.
Der Vorteil im Vergleich zum Buch ist, dass man hier nicht alleine für sich spannende Entdeckungen macht, sondern sie direkt mit anderen teilen kann.
"Der Dativ ist dem Genitiv sein Tod" eignet sich für alle die Interesse an der deutschen Sprache haben und Quiz- und Kommunikationsspiele mögen. Auch für Freizeiten oder die Jugendgruppe ist es zu empfehlen.


Der Dativ ist dem Genitiv sein Tod
Kosmos
ab 12 Jahren
2-5 Spieler
20-30 Minuten


Hinzugefügt:  Mittwoch, 31. Januar 2007

Verwandter Link:  Das Spiel direkt hier bestellen
Hits: 1802

  

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